2.12.10

Junge Talente 2010

„wer bist du, was machst du…?“

Mein Name ist Julia Hass, ich habe im Sommer 2010 die Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen abgeschlossen. Eine sechsjährige Ausbildung zur Keramikerin liegt hinter mir und nun bin ich dabei  meine Selbständigkeit vorzubereiten.)


wie seid ihr dazu gekommen eure Arbeiten in Alzey auszustellen?

Martin Goerg und Willi Schmitz waren auf unserer Abschlußausstellung im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen und haben Susann und mich eingeladen, unsere Arbeit im Weingut auf dem Töpfermarkt zu zeigen. Für uns war es eine Möglichkeit unsere, im intensiven letzten Jahr an der Fachschule entstandenen und entwickelten Arbeiten noch einmal zu zeigen,  unabhängig von den Abschlußausstellungen der Fachschule.


wie waren eure erfahrungen dort? war es der erste markt für euch?

Susan hat schon einige Markterfahrungen, ich weniger.
Das Publikum in Alzey war weitesgehend offen und interessiert. Wir sind frisch entlassen aus dem Schulalltag, was letztjährig hieß, sich fast ausschließlich der Entwicklung und Ausformulierung der eigenen Arbeit zu widmen. Daher war Alzey ein weiterer Erfahrungswert, interessierten Menschen zu zeigen, wohin diese Entwicklung bis heute geführt hat, die Arbeit vorzustellen und sich den Reaktionen und Fragen der  Besucher zu stellen.


kurzes statement zu deiner arbeit?

In meiner Abschlussarbeit habe ich mich der freien Gefäßgestaltung gewidmet, habe dort Zeit gefunden den feinnervigen Charakter des Porzellans kennen und schätzen zu lernen, bin bis heute dabei, und bin entschieden und begeistert auch weiterhin damit zu arbeiten. Aus den Porzellanwandungen, deren empfindliches Weiss für das sichtbare Ineinandergreifen und das Miteinander-austragen von Fläche und Relief, Linien und Texturen sensibilisiert, entsteht vordergründig Schlichtheit, die sich im Detail zu bewegen beginnt.
Der Versuch zwei Gesetzmäßigkeiten, die einander ignorieren, zusammenzuführen und eine neue visuelle Erfahrung zu schaffen.
Mich  immer wieder auf ein Neues einer Form, einer Wandung, einer Oberfläche widmen, dabei mit Gegensätzlichem und Verwandtem  zu arbeiten, Anordnungen und Aufteilungen zu erproben und Auge und Hand immer wieder neu erkunden und bestimmen lassen.
Darin liegt ein Feld voller Möglichkeiten, das herausfordert und mich nicht müde werden lässt.


wie geht es bei euch weiter?

Susan hat am  Institut für künstlerische Keramik und Glas ein Studium begonnen.
Und ich werde den Weg in die Selbständigkeit antreten. Im Moment ist noch ein Gruppenprojekt in Planung. Wir sind fünf Keramiker desselben Abschlussjahrganges der Fachschule und suchen im Raum Leipzig und Potsdam Raum für eine Werkstattgemeinschaft. Ob wir als Gruppe zusammenbleiben wird sich innerhalb des nächsten halben Jahres herausstellen, es ist also noch sehr vieles offen. Ziel ist es weiterhin keramisch zu arbeiten, und sich die Begeisterung dafür in der Auseinandersetzung mit der ökonomischen Wirklichkeit zu bewahren...